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History of Art and Architecture: The Classical (in Architecture)
Kunst- und Architekturgeschichte: Das Klassische (in der Architektur)
Last Updated: 2026-02-05 15:25:00
Abstract
The course examines the term and phenomenon of the "Classical" from the Greek Classic to the Classic Modernism based on selected examples (epochs, personalities, monuments). An integral part of the analyses is to provide an insight into the respective context of its cultural history.
Objective
Das Seminar vertieft einzelne Themenbereiche der Architektur- und Kunstgeschichte. Historische Perioden, Persönlichkeiten oder spezifische Themen werden paradigmatisch untersucht. Neben der Wissensvermittlung steht die Einführung in die Methodologie der Geschichtsforschung im Vordergrund. Von den TeilnehmerInnen werden ein Referat und aktive Beteiligung an der Diskussion erwartet.
Content
Zu Beginn des 2. Jahrhunderts n. Chr. beschrieb der griechische Schriftsteller Plutarch das Phänomen des "Klassischen", indem er über die unter Perikles in Athen errichteten Bauten folgendermaßen urteilte: jedes von ihnen "war wegen seiner Schönheit bereits damals sofort alt, aber heute erscheinen sie uns frisch, als seien sie gerade fertig gestellt. Aus ihnen strömt etwas wie eine ewige Jugend, die sie vor dem Angriff der Zeit bewahrt, gleichsam als seien sie mit einem Geist erfüllt, der ewig blüht, und eine Seele, die nicht alt werden kann." (Perikles 13,3). Eine Generation später gebraucht der römische Autor Aulus Gellius "classicus", den fiskalischen Terminus für die oberste Steuer-"Klasse", erstmals im übertragenen Sinn zur Bezeichnung sprachlich musterhafter Schriftsteller (Noctes Atticae 19.8,15). Darauf basiert unser Begriff des "Klassischen", der in der Neuzeit auch auf die bildende Kunst (zunächst nur die der Antike), auf andere kulturelle Leistungen und auf historische Epochen angewandt wurde. Klassik ist mehr als ein Rezeptionsphänomen. Die mit dem Begriff "klassisch" verbundenen Vorstellungen von "Höhepunkt", "Norm", "zeitloser Gültigkeit" usw. entwickeln sich im Prozess der Rezeption, sie werden sogar wesentlich aus diesem Prozess selbst, d.h. aus der erfolgreichen Rezeption abgeleitet. Ob ganze Werkgruppen oder eine ganze Epoche auf Dauer das Prädikat "klassisch" tragen, entscheiden das übereinstimmende Urteil vieler Rezipienten und die Vermittlung dieses Urteils an folgende Generationen. Andererseits lässt sich nicht übersehen, dass Kunst, die später als "klassisch" galt, schon bei ihrer Entstehung von der Absicht bestimmt war, etwas Außerordentliches, dauerhaft Exemplarisches, etwas auch für künftige Generationen oder für alle Zeiten Bedeutsames und Normatives zu schaffen. Zum Klassischen gehören deshalb untrennbar Selbstreflexion und Selbstbewusstsein sowie der Wille, Normatives, Dauerndes zu schaffen, kurzum der Wille zur Klassizität. "Klassische" Leistungen mögen zunächst durch ihre Form wirken, doch betreffen sie selten allein den Bereich des Ästhetischen. Sie repräsentieren gesellschaftlich-politische, ja weltanschauliche Werte, mit denen man sich identifiziert. Die Kulturgeschichte im weitesten Sinne, und nicht allein die Kunstgeschichte, ist also der Interpretationsrahmen, in dem "Klassik" wie "Klassizismus" gesehen werden müssen. Man wird deshalb "klassisch" am ehesten als "geschichtsphilosophische" und weniger als "ästhetische" Kategorie auffassen wollen, weshalb das "Klassische" auch für den Studenten der Geschichte paradigmatische Bedeutung gewinnt: als Organon historischer Erkenntnis. Das Seminar verfolgt anhand ausgewählter Beispiele (Epochen, Persönlichkeiten, Monumente) Begriff und Phänomen des "Klassischen" von der Griechischen Klassik bis zur klassischen Moderne. Schließlich soll auch nach Formen der Auseinandersetzung mit "Klassischem" in der sog. Postmoderne wie im gegenwärtigen architektonischen und architekturtheoretischen Diskurs gefragt werden. Dabei geht es nicht darum, wozu eine Klassik in ihren späteren Klassizismen verkommen ist, nicht um die schlechten Nachahmungen zu blutleerer Idealität und kalter Perfektion, noch um die sinnlosen Eklektizismen, vielmehr gilt es, das Klassische dort aufzusuchen, wo die Auseinandersetzung eine schöpferisch produktive war. Integrativer Bestandteil der Analysen wird die Erschließung des jeweiligen kulturgeschichtlichen Kontextes sein.
General Information
- Language
- German
- Levels
- BSC , DS , MSC
- Frequency
- Semesterly recurring
Examination
- Type
- ungraded semester performance
Course Components
| Type | Title | Time & Place | Hours |
|---|---|---|---|
| lecture with exercise | Kunst- und Architekturgeschichte: Das Klassische (in der Architektur) (Prof. W. Oechslin) |
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2 h weekly |