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051-0318-08L 2 Credits BSC , DS , MSC D-ARCH

History of Art and Architecture: The Architecture of Italian Renaissance

Kunst- und Architekturgeschichte: Die Architektur der italienischen Renaissance

Lecturers & Examiners: Prof. em. Dr. Werner Oechslin
VVZ CR n/a

Last Updated: 2026-02-05 15:30:00

Abstract

Based on selected objects in different places (Florence, Rome, Milan, Venice) and different building types (Palazzo, Villa, Basilica, Central-Plan Building) the seminar examines the development of the Italian Renaissance architecture between renovation and innovation, reality and utopia, theory and practice.

Objective

Das Seminar vertieft einzelne Themenbereiche der Architektur- und Kunstgeschichte. Historische Perioden, Persönlichkeiten oder spezifische Themen werden paradigmatisch untersucht. Neben der Wissensvermittlung steht die Einführung in die Methodologie der Geschichtsforschung im Vordergrund. Von den Studierenden wird aktive Mitarbeit erwartet.

Content

Die Architektur der italienischen Renaissance: Analyse ausgewählter Bauten Der Epochenbegriff der Renaissance ist eine Prägung des 19. Jahrhunderts. Stärker noch als andere Epochenbegriffe, beinhaltet der Begriff der Renaissance einen Gegenentwurf zur je eigenen Gegenwart, deren Defizite und Unzulänglichkeiten durch die Darstellung der als Renaissance bezeichneten Zeit umso prägnanter herausgehoben werden sollten. Der französische Schriftsteller Stendhal war 1817 der erste, der die Renaissance als Epoche mutig-entschlossenen und tatkräftigen Menschentums beschreibt und der eigenen Zeit als eine Epoche der Schwäche und Entschlusslosigkeit gegenüberstellt. Ihm folgte Jules Michelet, der in dem einschlägigen 7. Band seiner Histoire de France (1855) die Renaissance als Gegenpol zur bürgerlichen Mittelmäßigkeit im Frankreich der Mitte des 19. Jahrhunderts entwirft. Aber auch Jacob Burckhards berühmtes Werk Die Kultur der Renaissance in Italien nimmt sich wie eine gegen das heraufziehende Industrie- und Massenzeitalter entworfene bildungsbürgerliche Utopie aus. Diese und andere Autoren stimmen weiters darin überein, dass die Renaissance den Beginn der Neuzeit markiert und damit vom Mittelalter und seinen kulturellen Ausprägungen zu unterscheiden sei. Gegen die Tatsache sich immer wiederholender Renaissancen in der europäischen Kultur setzten sie die Vorstellung von der einen und einmaligen Renaissance in Europa. Dabei führten sie freilich einen Gedanken weiter, der sich bereits bei Boccaccio, Ficino und anderen findet und der von Vasari erstmals systematisch ausgeführt worden ist: Danach hat in der Spätantike ein Niedergang der Kunst und Kultur begonnen, und mit dem Zusammenbruch des Römischen Reiches sind beide gänzlich verfallen. Maniera greca, der byzantinische Stil, wie maniera tedesca, die Gotik, werden danach in Italien durch das rinascimento, das Wiedererwachen, die Wiedergeburt der Antike überwunden. Diesem Bild von der einmaligen und für alle Zeiten vorbildlichen Wiedergeburt der Antike stehen entgegen die zahlreichen diachronen Kontinuitäten wie die sychronen Brüche und Widersprüchlichkeiten der verhandelten Zeit; andererseits das Selbstverständnis der Künstler und insbesondere der Architekten, die sich keineswegs als Kopisten einstiger Größe, sondern als Schöpfer einer genuin neuen Zeit sahen. Die Vorlesung verfolgt anhand ausgewählter Bauten, an verschiedenen Orten (Florenz, Rom, Mailand, Venedig) und verschiedenen Bauaufgaben (Stadtpalast, Landhaus, Basilika, Zentralbau) die Entwicklung der Architektur der italienischen Renaissance im Spannungsfeld von Renovation und Innovation, von sozialer Realität und gesellschaftlicher Utopie, von Theorie und Praxis.

General Information

Language
German
Levels
BSC , DS , MSC
Frequency
Yearly recurring

Examination

Type
ungraded semester performance

Course Components

Type Title Time & Place Hours
lecture with exercise Kunst- und Architekturgeschichte: Die Architektur der italienischen Renaissance
  • Thu 12:45-14:30 (HIL D 60.1)
2 h weekly

Offered In