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051-0315-02L 2 Credits DS , NDS D-GESS , D-ARCH

History of Architecture and Art V

Architektur- und Kunstgeschichte V

VVZ CR n/a

Last Updated: 2026-02-05 15:14:15

Abstract

The term "baroque" as described within the context of the history of art towards the late 19th century is strongly characterised by a formal approach. In this course exemplary objects will be studied to reposition the architectural form into its inherent broader cultural context, thus establishing a more comprehensive understanding of the term baroque.

Objective

Die Veranstaltung vermittelt anhand der Betrachtung der jeweiligen monographischen, topographischen oder thematischen Problemstellung einen vertieften und möglichst exemplarischen Einblick in den Gegenstandsbereich und die methodischen Grundlagen der Kunstgeschichte der Neuzeit. Im laufenden Semester wird das Phänomen des Barock behandelt.

Content

"Barock total" Der "Erfindung" des kunstgeschichtlichen Barockbegriffs im ausgehenden 19. Jahrhundert, insbesondere bei Cornelius Gurlitt und Heinrich Wölfflin, war die klassizistische Kritik barocker Kunst vom Ende des 18. Jahrhunderts vorausgegangen, die Blickrichtung und Beurteilungskriterien vorgab. Autoren wie Francesco Milizia hatten in der Architektur seit Michelangelo, von dem ja gemäss dieser Darstellung das ganze Übel ausging, Regelverstösse geortet und aufs schärfste verurteilt. Auf diese Weise hatten sie die "barocken" Formen beschrieben: mittels einer Liste von Irrtümern und Missbräuchlichkeiten, der "errori" und "abusi" von den "sitzenden Säulen" Andrea Pozzos zu all den andern Unregelmässigkeiten angereicherter, gebrochener oder "verkröpfter" architektonischer Glieder. Der derart "ex negativo" entstandene Barockbegriff wurde in der Kunstgeschichtsschreibung um 1900 lediglich ins Positive gewendet. Erhalten blieb die formalistische Betrachtungsweise, die – bis heute – einem umfassenderen Verständnis barocker Architektur im Wege steht. Die Vorlesung sucht diese traditionelle stilgeschichtliche Engführung aufzubrechen durch eine Archäologie der architektonischen Formen im Geflecht der Kulturgeschichte. Anhand exemplarischer Bauten wird die "barocke" Formensprache in den Kontext des städtischen Festes, des höfischen Zeremoniells oder der kirchlichen Liturgie gestellt und ihrer Rolle als Mittel der politischen Propaganda und sozialen Disziplinierung, der Reformation oder Gegenreformation wie der Missionierung der Neuen Welt, ebenso wie als Medium der Volksfrömmigkeit nachgegangen. Durch den Nachvollzug der architektonischen Formen in ihrem ursprünglichen Bedeutungszusammenhang soll ein vertiefter, umfassender Begriff des Barock erarbeitet werden. Anschliessend wird die Berechtigung architekturtheoretischer Positionen der Moderne hinterfragt, die dem "Barock" verschiedenste sinnstiftende Bedeutungen eingeschrieben hat, beispielsweise wenn sie in ihrer Sehnsucht nach einem einheitlichen Stil an den "Barockstil" als den im gesuchten Sinne "letzten großen Stil der Weltgeschichte" (Karl Ernst Osthaus) meinte anknüpfen zu können, wenn sie das erstrebte "Gesamtkunstwerk" und den Ausdruck der schöpferischen Künstlerseele im Barock präfiguriert sah (Hermann Bahr), oder wenn sie mit Verweis auf die "barocke Raumkunst" den Raum (wieder) zum Wesenskriterium der Architektur schlechthin machen wollte (Paul Fechter, Paul Frankl).

General Information

Language
German
Levels
DS , NDS
Frequency
Yearly recurring

Examination

Type
end-of-semester examination

Course Components

Type Title Time & Place Hours
lecture Architektur- und Kunstgeschichte V
  • Fri 10:45-11:30 (HIL E 6)
1 h weekly

Offered In