VVZ API is not affiliated with ETH Zurich. Data might be outdated or incorrect. Please view the official ETHZ Vorlesungsverzeichnis for binding information.

851-0146-00L 2 Credits

History and Philosophy of Cybernetics

Philosophie und Geschichte der Kybernetik

Lecturers & Examiners: Dr. Erich Heinrich Hörl
VVZ CR n/a

Last Updated: 2026-02-05 15:02:06

Abstract

Cybernetics changed the relationship between technology and philosophy deeply. Philosophy lost its privilege of determining the essence of technology, had to face its own technological preconditions and to deal with an unprecedented technologisation of its epistemological issues. The seminar sketches this rearrangement of disourse by discussing principal cybernetic and philosophical sources.

Content

In den Jahren der kybernetischen Gründerzeit, die sich von Anfang der vierziger bis Ende der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts erstreckt, traten Philosophie und Technik in ein neues Verhältnis zueinander. Die Philosophie hat seither nicht mehr als Reflexionsinstanz des Technischen zu gelten, die auf dessen Wesensbestimmung und begriffliche Bändigung abhebt. Stattdessen wurde offenkundig, daß das philosophische Wissen selbst je schon technischen Bedingungen untersteht und nunmehr, dank kybernetischer Maschinen, sogar der eigenen Dekonstruktion entgegengeht. Die Kybernetik hat nämlich die metaphysischen Hauptunterscheidungen der Moderne – Geist/Materie, Seele/Körper, Subjekt/Objekt, menschlich/nicht-menschlich, Natur/Kultur – ruiniert, mit denen sie philosophisch zu begreifen wäre und damit umgekehrt die Philosophie zur Durcharbeitung ihrer Grundlagen gebracht. Der Stuttgarter Philosoph, Mathematiker und Physiker Max Bense sah beispielsweise dank der „Tiefentechnik“ der Kybernetik nicht nur eine neue Stufe der technischen Welt, sondern das nachmetaphysische Zeitalter heraufziehen. Für Martin Heidegger markierte die Kybernetik den geschichtlichen Höhepunkt der Formalisierung des Denkens und das Ende der Philosophie. Das Seminar versucht zunächst, anhand der Lektüre ausgewählter Quellentexte der frühen Kybernetik und jüngerer wissenschaftsgeschichtlicher Arbeiten zum Thema diese Epoche des Aufbruchs zu konturieren. Sodann gilt es, die philosophischen Grundprobleme der Kybernetik herauszuarbeiten, ihre ontologischen und epistemologischen Züge, um deren Bedeutung für den philosophischen Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg zu fokussieren.

Resources

Literature

Eine Literaturliste wird zu Semesterbeginn verteilt. Zur Vorbereitung wird empfohlen: Norbert Wiener, "Kybernetik" (1948), in: Ders., Futurum exactum. Ausgewählte Schriften zur Kybernetik und Kommunikationstheorie, hrsg. v. Bernhard Dotzler, Wien/New York 2002, S. 13 – 29. Claus Pias, "Zeit der Kybernetik - Eine Einstimmung", in: Cybernetics - Kybernetik. The Macy-Conferences 1946 - 1953, Band II, hrsg. v. Claus Pias, Zürich/Berlin 2004, S. 9 – 41. Peter Galison, "Die Ontologie des Feindes. Norbert Wiener und die Vision der Kybernetik", in: Ansichten der Wissenschaftsgeschichte, hrsg. v. Michael Hagner, Frankfurt/M. 2001, S. 433 – 485.

General Information

Language
German

Examination

Type
graded semester performance

Course Components

Type Title Time & Place Hours
seminar Philosophie und Geschichte der Kybernetik
  • Tue 17:15-19:00 (RAC E 14)
2 h weekly

Offered In