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Abstract
Der Wandel vom Ersatzneubau als Status Quo zu einem intelligenten Umgang mit unserem Baubestand hat gerade erst begonnen. Dieser Wechsel fordert neue Rollen, neues Wissen und neue Handlungsweisen. Der Kurs untersucht durch Inputvorträge und Diskussionen mit Gästen, welche Handlungsfelder sich für Architekturschaffende auftun, um eine sich wandelnde Baukultur aktiv mitzugestalten.
Objective
- Erlangen eines Bewusstseins für das Handlungsfeld des eigenen Berufsstandes, um eine nachhaltige Baukultur mit zu gestalten - Verstehen und Analysieren von komplexen und vielschichtigen Mechanismen im Bauprozess, speziell in Transformationsprozessen von bestehenden Bauten - Untersuchung und Diskussion von relevanten Fallbeispielen, Praktiken und Prozessen - Hinterfragen gängiger und Formulieren alternativer Handlungsweisen
Content
Es herrscht Aufbruchstimmung in der Architektur. In den letzten zwei Jahrzehnten haben sich die Bemühungen des nachhaltigen Bauens primär auf (Ersatz-)Neubauten konzentriert, die möglichst wenig Energie in ihrem Betrieb verbrauchen. Seit kurzem rückt das Thema der grauen Energie immer mehr in den Fokus: es lässt sich in der Schweiz ein immer grösserer Wille beobachten, nicht nur Monumente, sondern auch "alltägliche" Bauten vor dem Abbruch zu bewahren und für die weitere Nutzung und einen neuen Lebenszyklus umzugestalten. Obwohl die Praxis des Ersatzneubaus immer noch einen grossen Teil der gesamten Bautätigkeit ausmacht, öffnet sich langsam ein Weg zu einer Baukultur, die eine fortlaufende Neugestaltung bestehender Gebäude anstrebt anstelle der Tabula Rasa und "Sauberen Lösung" vergangener Jahrzehnte. Dieser Wandel von einer Abbruch- zu einer Transformationskultur erfordert ein neues Set an Fähigkeiten von Architektinnen und Architekten. Die Zeiten der Standard-Lösungen und Kataloge vorgezeichneter Konstruktionsdetails sind vorbei. Transformationsprojekte bedingen Vorstellungskraft, technisches Geschick und ein tiefgreifendes Verständnis unseres Baubestands. Die wandelnde Rolle der Architekturschaffenden in dieser neuen Baukultur werden wir im Gespräch mit lokalen Expertinnen und Pionieren erörtern, die in ihrer Praxis beispielhafte Wege aufgezeigt haben und einen wichtigen Beitrag zum Umbruch leisten. Jede Woche werden wir uns einen spezifischen Schritt im Transformationsprozess eines Gebäudes ansehen, von der strategischen Planung bis zur Konstruktion. Somit schaffen wir ein detailliertes Verständnis davon, welche Instrumente und Kompetenzen wir als praktizierende Architektinnen und Architekten lernen müssen, welchen Beitrag wir als Einzelpersonen zu dem Wandel leisten können und welche Chancen eine sich verändernde Baukultur für uns bieten könnte. In jeder Veranstaltung gibt es eine Einführung in das jeweilige Thema durch Anschauungsbeispiele aus der Praxis, darauf folgend werden Gäste ihre Erfahrungen, ihr Fachwissen und Fallstudien einbringen. Die Inputs werden im letzten Teil jeder Lektion im Plenum diskutiert.