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078-0206-00L

Agri-Landscape Design

Before FS25 the title of this course was: Regenerative Practices for Exhausted Landscapes
VVZ CR n/a

Last Updated: 2026-07-21 00:35:35

Abstract

Landscape & Imagination betrachtet Vorstellungskraft als eine situierte, verkörperte und relationale Praxis, die dem territorialen Gestaltung vorausgeht und es bedingt. Anstatt Vorstellungskraft als Werkzeug zur Generierung von Ideen oder zur Projektion von Zukunftsszenarien zu behandeln, konzentriert sich der Kurs auf Praktiken der Präsenz und Achtsamkeit.

Objective

Am Ende des Kurses werden die Studierenden in der Lage sein: _Die Vorstellungskraft als situative Praxis der Präsenz und nicht als kognitives oder repräsentatives Werkzeug neu definieren. _Vertrautheit mit theoretischen Ansätzen zu landschaftsgebundenen Affekten, Atmosphäre und existentieller Präsenz entwickeln. _Kultivieren Sie eine wahrnehmungsbezogene und atmosphärische Einstimmung auf Landschaftssituationen, die durch ökologische, historische und übermenschliche Komplexität gekennzeichnet sind. _Experimentieren Sie mit konzeptuellen, materiellen und performativen Ausdrucksformen, die auf das reagieren, was über die Repräsentation hinausgeht. _Bereiten Sie den Boden für angemessenes und verantwortungsbewusstes Handeln im Design vor, indem Sie wahrnehmungsbezogene, ethische und imaginative Dispositionen konditionieren.

Content

Landschaft & Vorstellungskraft ist ein Kurs für Graduierte, der die Vorstellungskraft von einer kognitiven oder repräsentativen Fähigkeit zu einer situierten, landschaftsorientierten Praxis der Präsenz umpositioniert. Anstatt die Vorstellungskraft als eine mentale Fähigkeit zu behandeln, die zur Generierung von Ideen, Konzepten oder Erzählungen dient, nähert sich der Kurs der Vorstellungskraft als einer Form des partizipativen Engagements, durch das Landschaften erscheinen, Wirkung entfalten und in Beziehung zu denen treten können, die sie bewohnen und verändern. Der Kurs geht von der Beobachtung aus, dass zeitgenössische Landschafts- und Raumgestaltung zunehmend unter Bedingungen ökologischer Prekarität, historischer Sedimentierung und übermenschlicher Verflechtungen stattfindet. In solchen Kontexten besteht bei herkömmlichen repräsentativen und problemlösungsorientierten Ansätzen die Gefahr, dass genau die Dimensionen der Landschaft überschrieben werden, die am wichtigsten sind: atmosphärische Qualitäten, affektive Rückstände, zeitliche Tiefe und Formen der Präsenz, die nicht unmittelbar lesbar oder diskursiv artikulierbar sind. Der Kurs zielt daher nicht darauf ab, Designkonzepte oder Lösungen zu entwickeln, sondern die wahrnehmungsbezogene, ethische und imaginative Grundlage zu schaffen, aus der verantwortungsbewusstes Designhandeln entstehen kann. Imagination wird hier als Praxis verstanden: als eine Reihe von kultivierten Dispositionen, verkörperten Engagements und methodischen Gesten, die es Designern ermöglichen, für das präsent zu bleiben, was über die Darstellung hinausgeht. Diese Praxis interpretiert, diagnostiziert oder „heilt” Landschaften nicht. Stattdessen schafft sie die Bedingungen, unter denen landschaftsgebundene Rückstände – materielle, affektive, symbolische und historische – sich als operative Präsenzen offenbaren können. In diesem Sinne ist Vorstellungskraft nicht extraktiv oder projektiv, sondern rezeptiv, reaktionsfähig und relational. Der theoretische Rahmen des Kurses stützt sich auf vier sich ergänzende Denkrichtungen, die jeweils eine bestimmte Art der Landschaftspräsenz artikulieren: _ Existenzielle Präsenz (Gabriel Marcel), die Verfügbarkeit, nicht-objektivierende Aufmerksamkeit und ethische Zurückhaltung in den Vordergrund stellt. _ Atmosphärische und affektive Erfahrung (Neue Phänomenologie: Schmitz, Böhme, Griffero, Bégout), die die Vorrangigkeit der körperlichen Einstimmung und der räumlichen Stimmung betont. _ Spektrale und zeitliche Präsenz (Hauntology), die sich damit befasst, wie Abwesenheiten, Überreste und ungelöste Geschichten die zeitgenössischen Landschaften weiterhin prägen. _ Exposition und materielle Begegnung (Alphonso Lingis), die auf Verletzlichkeit, Intensität und die nicht-menschliche Ansprache von Orten besteht. Diese Perspektiven werden nicht als abstrakte Theorie vermittelt, sondern als operationale Linsen, die jeweils mit situativen Übungen zur Landschaftserfahrung, Feldarbeit und reflektierenden Artikulationen gepaart sind. Durch diese Übungen entwickeln die Studierenden Praktiken der Einstimmung, des situativen Engagements, der provisorischen Artikulation und der kollektiven Koexistenz, die dem Design Thinking vorausgehen und es prägen. In Verbindung mit dem parallelen agroökologischen Designstudio fungiert Landscape & Imagination als vorbereitender Gestaltungsraum. Letztendlich positioniert „Landscape & Imagination“ die Vorstellungskraft als eine gemeinsame, situative und transformative Praxis – eine Praxis, die Landschaften keine Zukunft aufzwingt, sondern lernt, an der Zukunft teilzuhaben, die Landschaften selbst vorstellbar machen.

Resources

Lecture Notes

Die Studierenden erhalten ein Lesebuch mit speziell für die Leseaufgaben ausgewählten Texten.

Literature

Der Reader bietet Zugang zu der erforderlichen Literatur. Weitere Literaturhinweise werden ad hoc weitergegeben.

General Information