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052-0612-00L

Städtebau I

VVZ CR n/a

Last Updated: 2026-07-21 00:35:11

Abstract

Die Studierenden lernen anhand von „Urban Stories“ und drei Instrumenten, wie soziale, governancebezogene und ökologische Veränderungen heutige Urbanisierungsprozesse prägen. Jede Vorlesung analysiert die Genialität von Städten, damit Studierende diese in einen Katalog konzeptioneller Stadtplanungsinstrumente übertragen können.

Objective

Wie können Architekturstudierende zu aktiven Akteuren des Wandels werden? Was ist erforderlich, um über die Dimension einzelner Gebäude hinauszugehen und Entwurfsentscheidungen zu treffen, die die Stadt als Ganzes betreffen und nicht nur einen einzelnen Auftraggeber? Wie lässt sich in Städten mit begrenztem Raum, geringer Steuerbasis sowie Risiken und Resilienzproblemen planen, wenn man bedenkt, dass Zürich die Ausnahme und die meisten Städte die Regel sind? Wie können wir Trends erkennen und setzen, anstatt ihnen bloß zu folgen, und bestehende städtische Phänomene verstehen, indem wir sie im Entwurfsprozess aktivieren? Die Vorlesungsreihe stellt einen wachsenden Katalog praxisorientierter urbaner Werkzeuge zusammen, die weltweit eingesetzt werden und sich mit Aspekten der Governance, Gesellschaft und Umwelt beschäftigen. Anstatt Städte einfach nur anhand binärer Unterscheidungen zu vergleichen, erstellen wir einen Katalog des Wandels, indem wir informelle, schrittweise urbane Lösungen analysieren, die sich über die Zeit entwickelt haben – warum sie entstanden sind, wie sie umgesetzt wurden und welche Ergebnisse sie erzielt haben. Wir konzentrieren uns auf die Menschen, Institutionen und Kulturen hinter diesen Entwürfen, um die Konzepte hinter den Instrumenten sichtbar zu machen. Die Studierenden erhalten aus erster Hand Einblicke in Städte, in denen das Lehrstuhlteam im vergangenen Jahr geforscht, gearbeitet oder Projekte realisiert hat, und erlangen dadurch ein praktisches Verständnis dessen, was diese Orte einzigartig macht. Sie sind in der Lage, eine Reihe alternativer Erfahrungen und evidenzbasierter Entwurfswerkzeuge zu nutzen und zu erweitern, sich mit ihren Kernkonzepten auseinanderzusetzen und zu verstehen, wie und wo diese Werkzeuge andernorts relevant sein können. Urban Stories ist die grundlegende Disziplin von Architektur und Städtebau und führt die Studierenden in ein Repertoire an städtebaulichen Instrumenten ein, die sie testen, anpassen und in ihre Projekte integrieren können.

Content

Die städtische Form lässt sich nicht auf den physischen Raum reduzieren. Städte entstehen aus sozialen Konstruktionen, beeinflusst von Technologien, Ökologie, Kultur, dem Einfluss von Expertinnen und Zufällen. Städtische Prozesse sind fortlaufende Reaktionen auf politische Interessen, wirtschaftlichen Druck, kulturelle Präferenzen sowie die Vorstellungskraft von Architektinnen und Stadtplaner*innen und die informellen Kräfte, die in komplexen, adaptiven Systemen wirken. Aktuelle städtische Phänomene sind das Ergebnis urbaner Evolution. Die in städtischen Umgebungen gespeicherten Fakten umfassen Beiträge aus ihrem gesamten Lebenszyklus, die sowohl in der physischen Umgebung als auch in nicht-physischen Aspekten sichtbar sind. Diese imaginäre Stadt existiert neben ihrem Potenzial, ihren Problemen sowie den entstandenen Konflikten. Wissen, Verständnis und die kritische Beobachtung von Handlungen und politischen Maßnahmen sind notwendig, um die Vielfalt und Instabilität heutiger Städte sowie die Entwicklung der städtischen Form bis zu ihrem aktuellen Zustand zu begreifen. Wie haben sich Städte zu den Orten entwickelt, an denen wir heute leben? Stadtplanungen, Instrumente, Visionen, politische Entscheidungen, wirtschaftliche Überlegungen, kulturelle Einflüsse und soziale Organisationen haben in bestimmten Momenten des Wandels in städtischen Siedlungen eine entscheidende Rolle gespielt. Wir haben Beispiele von Städten ausgewählt, die veranschaulichen, wie diese Instrumente eingesetzt wurden und die städtische Umwelt geprägt haben. Wir übersetzen diese Bestandteile in urbane Werkzeuge, die aus erprobten Fallbeispielen zeitgenössischer Städte weltweit anerkannt und gesammelt wurden. Diese Vorlesungsreihe vermittelt Wissen über urbane Prozesse und zeigt, wie dieses Wissen zur Entwicklung von Stadtmodellen und operativen Methoden in unterschiedlichen realen Kontexten beigetragen und die Städte im Laufe der Zeit geformt hat. Sie übersetzt städtisches Wissen in praktische Instrumente, die aus Städten stammen, in denen sie getestet und als wirksam befunden wurden, und dient somit als wertvolle Grundlage für das Verständnis der Entstehung von Stadtlandschaften. Diese Instrumente sind zur besseren Vergleichbarkeit und Reflexion in zwölf thematische Kategorien und drei Maßstäbe unterteilt. Die Fallstudien zu diesen Instrumenten bilden eine globale Toolbox der Urbanisierung, die wir als typologische Modelle zur Analyse und kritischen Bewertung von Städten einsetzen. Der Inhalt soll künftige Fachleute inspirieren und ihnen Werkzeuge für fundierte Entwurfsentscheidungen an die Hand geben. In einem Interview mit einer/einem lokalen Gestalter*in vergleichen wir unsere Erkenntnisse mit den dringendsten Entwurfsproblemen, mit denen Städte heute konfrontiert sind – darunter Inklusion, bezahlbarer Wohnraum, Bereitstellung öffentlicher Räume und Infrastruktur für alle.

Resources

Lecture Notes

The learning material, available viahttps://moodle-app2.let.ethz.ch/is comprised of the following:- Toolbox 'Reader' with an introduction to the lecture course and tool summaries- Weekly exercise tasks- Infographics with basic information about each city- Quiz question for each tool- Additional reading material- Interviews with experts- Archive of lecture recordings

Literature

- Reading material will be provided throughout the semester. - Please see ‘Skript’, (a digital reader is available).

General Information